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gelesen bei http://www.ftd.de am 14.4.08
Konzernen graut vor Finanzkrise
von Richard Milne (Frankfurt), Mark Schrörs (Washington) und Ulrike Heike Müller (Berlin)
Führende Konzernchefs in Europa befürchten spätestens ab Herbst erhebliche Auswirkungen der Kreditkrise auf die Realwirtschaft. Die G7-Staaten beschließen einen Krisenplan.
"Momentan sehe ich noch keine Auswirkungen", sagte Siemens-Chef Peter Löscher der Financial Times. "Aber zweifellos werden sie kommen, wahrscheinlich in sechs bis zwölf Monaten. Das muss sich auf die Realwirtschaft auswirken - Kreditkrise, Wechselkurse, Rohstoffpreise und Lohnforderungen." Viele europäische Topmanager hatten sich zuvor optimistisch gezeigt, dass sie die Folgen der weltweiten Marktturbulenzen besser verkraften als US-Unternehmen. Inzwischen ist der Pessimismus in Europa auch außerhalb der Finanzbranche gewachsen. Zahlreiche Konzerne legen in den kommenden Wochen ihre Bilanzen für das erste Quartal vor; den Auftakt macht am Montag Philips.
Die Wirtschaft werde die Belastungen der Kreditkrise rascher zu spüren bekommen als zunächst vermutet, sagte Siemens-Chef Löscher. Wolfgang Reitzle, Chef des weltgrößten Industriegasekonzerns Linde, sagte: "Es wird mit einer Zeitverzögerung von vielleicht einem Jahr passieren. Wir befinden uns im kritischsten Wirtschaftsumfeld seit Jahrzehnten." In den USA hatte am Freitag der Mischkonzern General Electric mit einem unerwarteten Quartalsverlust und einem düsteren Ausblick schockiert. Viele Analysten gehen inzwischen davon aus, dass auch europäische Konzerne wegen der schwachen US-Wirtschaft, des starken Euro, der teuren Rohstoffe sowie des heftigen Preisauftriebs in diesem Jahr allenfalls auf geringes Wachstum hoffen können. "Dieses Quartal wird ziemlich übel werden. Das Schlimmste steht aber im vierten Quartal bevor", sagte Gareth Williams, Aktienstratege bei ING Financial Markets.
Die Finanzkrise bedroht auch die globale Konjunktur. Der kurzfristige Ausblick für die Weltwirtschaft habe sich "abgeschwächt", urteilten die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrienationen (G7) nach ihrem Treffen am Freitag in Washington. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten seien "langwieriger als gedacht". Trotzdem kündigten die G7 keine weiteren kurzfristigen Hilfsmaßnahmen an. Stattdessen stellten sie einen 100-Tage-Plan für Politik, Finanzbranche und Aufseher vor, um das Finanzsystem krisenresistenter zu machen.
Bundesbankchef Axel Weber versuchte in Washington, die Krisenängste zu dämpfen. "Es gibt erste ermutigende Zeichen, dass der größte Teil der Anpassungen hinter uns liegen könnte", sagte er. Das deutsche Banksystem sei weniger stark betroffen als andere.
Der Direktor für Kapitalmärkte beim Internationalen Währungsfonds (IWF), Jaime Caruana, äußerte sich deutlich pessimistischer. "Realistisch betrachtet ist davon auszugehen, dass es noch eine lange Zeit braucht, bevor wir das Ende der Krise erreichen", sagte er der FTD am Rande der IWF-Frühjahrstagung. Der IWF schätzt die Verluste, die allein der Finanzsektor im Zuge der Marktturbulenzen hinnehmen muss, auf 945 Mrd. $. Auch die Experten im FTD-Konjunkturschattenrat beurteilen die wirtschaftlichen Aussichten skeptischer. Knapp 20 Konjunkturchefs und Chefvolkswirte sagten in der Aprilumfrage vorher, die immer wahrscheinlichere US-Rezession werde deutliche Spuren hinterlassen. Fast drei Viertel prognostizierten einen "ausgeprägteren Abschwung" auch in der Euro-Zone.
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Sieh mal einer an, Konzernen graut plötzlich vor der Finanzkrise, die sie bisher glatt weggeleugnet haben.
Haben sie noch immer Geld auf der Bank??
Das deutsche Banksystem sei weniger stark betroffen??? Das ist eine glatte Lüge!! Sogar das IWF hat vor ein paar Tagen öffentlich zugegeben, das die deutschen Banken durch die Krise besonders anfällig sind. Und das Peter Löscher sich noch immer Öffentlich in Optimismus wiegt, zeigt die Orientierungslosigkeit der Siemens Konzern Führung drastisch, sich bedingungslos den Parolen von Bush Junior auf Gedeih und Verderb unterzuordnen.
Peter Löscher gehört zu den Schlagzeilenmachern der letzten Monate die durch: Manager sehen den Aufstieg, oder Manager investieren in die eigene Firma... Gelaber aufgefallen ist. Natürlich haben alle "Manager" die das getan haben, richtig große Verluste eingefahren oder sind in den nächsten Monaten dabei ihr Geld zu verlieren.
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